Hepatitis C

Bis 1988 war das Hepatitis C Virus noch nicht entdeckt und man nannte die insbesondere nach Bluttransfusionen aber auch sporadisch auftretende Erkrankung »non-A-non-B Hepatitis«. 1988 wurde das Hepatitis C Virus erstmalig beschrieben und mittlerweile sind mehrere Untergruppen (Genotyp 1-6 mit mehreren Subtypen) bekannt.

In Deutschland ist der Subtyp 1a und 1b am häufigsten. Ab 1991 konnten Blutspenden auf Hepatitis C Viren getestet werden. 500.000 bis 800.000 Deutsche sind inzwischen betroffen und jährlich werden 7.000 neue Fälle erwartet. In Europa rechnet man nach Schätzungen mit bis zu 5 Millionen infizierten Personen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht weltweit von etwa 170 Mio. Hepatitis C infizierten Menschen aus. In den nächsten 20–30 Jahren ist auch in Deutschland mit einem erheblichen Anstieg von Erkrankten mit Spätfolgen der chronischen Hepatitis C zu rechnen.
Die Übertragung über infiziertes Blut ist gesichert (früher: Blutkonserven, heute:  Spritzentausch bei Drogenabhängigen, Piercing, Tätowierungen). Die Übertragung über den Sexualkontakt kann zwar nicht ausgeschlossen werden, scheint aber keine große Rolle zu spielen. Das Risiko der Übertragung von der Mutter auf das Kind unter der Geburt ist wesentlich geringer als bei der Hepatitis B und beträgt ca. 5%. Deshalb ist auch eine Entbindung mit Kaiserschnitt nicht erforderlich, da hierdurch das Infektionsrisiko des Säuglings nicht gesenkt wird. Eine Virusübertragung über die Muttermilch beim Stillen wurde bei der Hepatitis C bisher nicht beobachtet. 


Welche Beschwerden macht die Hepatitis C?
Zwischen Ansteckung und Auftreten von Krankheitssymptomen vergehen zwischen 1-6 Monate. In der Regel beträgt sie 6-9 Wochen. Die Zeitdauer von der Infektion bis zum Übergang in eine Leberzirrhose beträgt ohne Therapie etwa 20-30 Jahre. Meistens werden nur kurz dauernde, uncharakteristische grippale Beschwerden, Müdigkeit, Übelkeit, rechtsseitige Oberbauchbeschwerden, Lebervergrößerung und Juckreiz angegeben. Eine Gelbverfärbung der Haut und der Augen kommt nur sehr selten vor.
50-85% der Erkrankungen verlaufen chronisch, das Virus bleibt im Körper weil das Abwehrsystem es nicht schafft, die Viren zu eliminieren. Gefürchtete Spätfolgen der chronischen Hepatitis C sind die Leberzirrhose und der Leberzellkrebs (HCC=hepatocelluläres Carcinom).


Wie kann der Arzt die Diagnose stellen? 
Die Diagnose wird durch spezielle Blutuntersuchungen (Leberwerte, Antikörper gegen das Hepatitis C Virus) gestellt. Zusätzlich wird die Erbinformation des Virus (HCV-RNA) im Blut nachgewiesen und der Subtyp des Virus bestimmt. Wenn nach mehr als 6 Monaten nach Erstinfektion noch eine aktive Vermehrung des Virus im Blut nachgewiesen werden kann, spricht man von einer chronischen Hepatitis C.


Wie wird die chronische Hepatitis C behandelt?

Eine frühzeitige Diagnose und eingeleitete Therapie kann den chronischen Krankheitsverlauf und die resultierenden Komplikationen (Leberzirrhose, Leberzellkrebs) verhindern.

Die Hepatitis C ist heute grundsätzlich heilbar. Der Patient erhält für 8-12 Wochen Tabletten (DAAs = direct antiviral agents) , die in ca 98 % der Fälle die Hepatitis C heilen unabhängig vom Genotyp.  Die Therapie hat keine ernsthaften Nebenwirkungen. Sie ist nur mit ca. 40000 Euro pro Behandlung sehr teuer, wird aber von der Krankenkasse übernommen.


Allgemeine Hinweise:
Während der Therapiedauer sollte auf Alkoholkonsum bewusst verzichtet werden. Eine leichte, fettarme Ernährung ist sinnvoll.
Eine Schwangerschaft muss während der laufenden Behandlung und noch etwa 6 Monate danach sicher verhütet werden.

Eine Schutzimpfung gegen die Hepatitis C gibt es bisher leider nicht. Eine ausgeheilte Hepatitis C (wiederholt kein Virusnachweis im Blut) hinterlässt nach heutigem Wissensstand wahrscheinlich keine bleibende Immunität!