Hepatitis B

Die Hepatitis B ist eine hochgradig ansteckende Infektion der Leber mit dem Hepatitis B Virus (HBV). Die Hepatitis B gehört weltweit zu den häufigsten ansteckenden Krankheiten. Man vermutet, dass 350 Millionen Menschen weltweit an einer chronischen Hepatitis B leiden. In Deutschland werden jährlich etwa 6.000 Neuinfektionen gemeldet, bei einer vermuteten hohen Dunkelziffer von 40.000-50.000 Neuinfektionen. 

Die Erkrankung wird über infiziertes Blut, Sexualkontakte oder auch während der Geburt übertragen. Das Virus wird über praktisch alle Körpersekrete ausgeschieden. Das Hepatitis B Virus ist etwa 10 mal ansteckender als z. B. das Hepatitis C Virus oder der AIDS-Erreger. Die Übertragung erfolgt nur von Mensch zu Mensch.
Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung liegen 1-6 Monate.

Die meisten Patienten (50-65%) erkranken akut ohne größere Beschwerden, die Hepatitis heilt bei ihnen ohne Behandlung aus und hinterlässt eine Immunität. Ein schwerer, akuter Verlauf kommt nur in etwa 1% der Fälle vor. Lediglich bei 5-10% der Erkrankten nimmt die Krankheit einen chronischen Verlauf.


Welche Beschwerden macht die Hepatitis B?
Meistens werden nur uncharakteristische, grippeähnliche Beschwerden, Gelenkschmerzen und Abgeschlagenheit bemerkt. Wenn eine Gelbverfärbung (Ikterus) der Haut und Augen auftritt und der Urin sich dunkel verfärbt liegt eine schwerere Verlaufsform der akuten Hepatitis vor.


Wie kann der Arzt die Diagnose stellen?
Die Diagnose wird durch spezielle Blutuntersuchungen (Leberwerte, Antikörper gegen das Hepatitis B Virus,  Virusbestandteile) gestellt.
Man spricht von einer chronischen Hepatitis B, wenn mehr als 6 Monate nach der akuten Leberentzündung noch eine aktive Vermehrung von Hepatitis B Viren erfolgt und im Blut nachweisbar ist. Eine chronische Hepatitis B kann als chronisch aggressive Form in eine Leberzirrhose übergehen oder als chronisch persistierende Hepatitis B eher gutartiger verlaufen. Welche Form vorliegt, muss im weiteren Verlauf  durch Lebergewebeproben und Laborbestimmungen geklärt werden.


Wie wird die akute Hepatitis B behandelt?
In aller Regel ist keine besondere Behandlung erforderlich. Körperliche Schonung und leicht verdauliche Kost während er Krankheitsphase unterstützen die Genesung.
Nur ganz selten (1% der akut Erkrankten) ist eine Krankenhausbehandlung mit Intensivtherapie bis hin zur Lebertransplantation erforderlich.


Kann ich einer Hepatitis B vorbeugen?
Jeder kann sich durch eine Schutzimpfung vor dem Auftreten einer Hepatitis B Infektion wirksam schützen!
Seit fast 20 Jahren gibt es eine Schutzimpfung, die einen kompletten Immunschutz gegen Hepatitis B-Infektionen vermittelt. Um die Ausbreitung der Hepatitis B zu stoppen und die Krankheit auszurotten, sollten alle Säuglinge und Kleinkinder sowie alle Jungen und Mädchen vor der Pubertät geimpft werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung im Kinder- und Jugendalter als Regelleistung.


Wie wird eine chronische Hepatitis B  behandelt?
Um die möglichen Komplikationen der chronischen Hepatitis B (Leberzirrhose, Leberzellkrebs) bei bestimmten Patientengruppen zu verhindern,  stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Ziel dieser Behandlung ist es, den Entzündungsprozess in der Leber durch Inaktivierung des Virus im Blut zu vermindern oder zu unterbrechen.

Nicht jeder Patient mit einer chronischen Hepatitis B bedarf dieser Behandlung oder hat einen Nutzen davon.

In der Regel erfolgt eine Therapie mit Tenofovir oder Entecavir bei erhöhten Leberwerten und einer Viruslast > 2000 IU/ml HBV DNA. Da eine Heilung aktuell nicht möglich ist (anders als bei der Hepatitis C) handelt es sich um eine Dauertherapie. Die Nebenwirkungen sind gering.

Bei einer Viruslast < 2000 IU/ml HBV DNA wird nur beobachtet und 6-12 monatig die Viruslast überprüft.


Allgemeine Maßnahmen: 
Verzicht auf Alkohol und eine gesunde, fettarme Ernährung sowie moderate sportliche Betätigung  ist allen Patientin mit chronischer Hepatitis B zu empfehlen. Sofern keine Immunität gegen Hepatitis A bei den Patienten besteht, ist zu einer Impfung gegen die Hepatitis A zu raten. Alle Menschen, die mit chronischen Hepatitis B Patientinnen/Patienten zusammenleben, sollten aktiv gegen die Hepatitis B geimpft werden.