Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis Dr.med. H. Olejnik, Dr.med. K. Gadow, Hinter der Mauer 105, D-47574 GOCH, Telefon: 0 28 23 / 9 70 60.
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Reizdarm (Reizdarmsyndrom) Drucken E-Mail

PATIENTENINFORMATION

Das Reizdarmsyndrom ist eine der häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts:
14-24% der Frauen und etwa 5-19% aller Männer leiden an dieser Störung.


Wie äußert sich das Reizdarmsyndrom?
Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Darmerkrankung, die charakterisiert ist durch  Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen), die nach dem Stuhlgang meist nachlassen, verbunden mit Änderungen der Stuhlgewohnheiten.
Das Ausmaß der Beschwerden ist sehr unterschiedlich und reicht von Blähungen, Völlegefühl, Krämpfen und Übelkeit über Durchfälle und Verstopfung bis hin zu krampfartigen Bauchschmerzen. Es wird häufig über das Gefühl der unvollständigen Darmentleerung geklagt. Desweiteren wird  über Brennen im Bauch, schafskotartigen Stuhl und Schleimabgänge berichtet.


Welche Ursachen hat das Reizdarmsyndrom?
Die Nervenendigungen des »Bauchhirns« sind bei Reizdarmpatienten ungewöhnlich empfindlich und reagieren schon auf kleinste Gas- oder Kotansammlungen mit einer unangemessen heftigen Aktivität der Darmmuskulatur. Verbunden mit einer viszeralen Hyperalgesie (erhöhte Schmerzempfindung der Eingeweide) lassen sich einige Symptome erklären. Häufig tritt ein Reizdarmsyndrom erstmalig nach einer Infektion mit notwendiger Antibiotikatherapie auf.
Häufig ist das Reizdarmsyndrom mit anderen Störungen wie Reizmagen, Dysmenorrhoe (Menstruationsbeschwerden), Harnentleerungsstörungen, Angststörungen und Depressionen assoziiert.


Wie wird das Reizdarmsyndrom diagnostiziert?
Die Diagnose »Reizdarmsyndrom« ist immer eine Ausschlussdiagnose, das heißt, es müssen zunächst andere mögliche Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden.
Wichtig im Rahmen der Abklärung ist die Anamnese (Krankengeschichte). Eine lange Dauer der Beschwerden ohne organische Beeinträchtigung oder Änderung der Gewichtsentwicklung sprechen für ein Reizdarmsyndrom.
Neben einer eingehenden körperlichen Untersuchung wird auch eine Ultraschalluntersuchung des Bauches und evtl. der Schilddrüse durchgeführt.
Es wird nach Laktosemalabsorption, Fruktosemalabsorption, krankhaften Darmkeimen oder -parasiten im Stuhl, Schilddrüsenfunktonsstörungen, Zoeliakie, geschaut.
Eine Gastroskopie (Magenspiegelung) und eine Koloskopie sind ebenfalls zum sicheren Ausschluss organischer Ursachen erforderlich.


Wie wird das Reizdarmsyndrom behandelt?
Eine universelle Behandlung für alle Patienten gibt es nicht. Jeder einzelne Patient wird individuell entsprechend seiner Beschwerdesymptome, die auch im Laufe der Jahre wechseln können,  therapiert. Zum Einsatz kommen krampflösende Medikamente, pflanzliche »Wasserbinder« wie Flohsamenschalen (Plantago ovata),  »Stopfmittel« wie Loperamid (Imodium). Wichtig sind auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Bewegung und zu erlernende Entspannungsübungen (z.B. autogenes Training). Einige Patienten benötigen zusätzlich Antidepressiva zur positiven Beeinflussung des »Bauchhirns« oder eine fundierte Psychotherapie.


Welche Prognose hat das Reizdarmsyndrom!

Die wichtigste Botschaft lautet:

Das Reizdarmsyndrom ist eine zwar lästige, aber völlig harmlose Erkrankung und geht mit einer ganz normalen Lebenserwartung einher!

Langzeitkomplikationen sind nicht zu befürchten. Es besteht kein erhöhtes Darmkrebsrisiko.
Trotzdem können auch Reizdarmpatienten Darmkrebs bekommen.
Deshalb auch der Appell an alle Reizdarmpatienten ab dem 55. Lebensjahr das Angebot der Vorsorgekoloskopie unbedingt wahrzunehmen!
Wurde die Diagnose »Reizdarmsyndrom« einmal nach dem oben geschilderten gründlichen Ausschlussverfahren einschließlich der endoskopischen Untersuchungen gestellt, macht es keinen Sinn, alle Jahre wieder einen neuen Arzt zu konsultieren und sich erneut  »auf den Kopf stellen zu lassen«!


Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage der IBS-Liga .

 
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