Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis Dr.med. H. Olejnik, Dr.med. K. Gadow, Hinter der Mauer 105, D-47574 GOCH, Telefon: 0 28 23 / 9 70 60.
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PATIENTENINFORMATION

Die Hepatitis B ist eine hochgradig ansteckende Infektion der Leber mit dem Hepatitis B Virus (HBV). Die Hepatitis B gehört weltweit zu den häufigsten ansteckenden Krankheiten. Man vermutet, dass 350 Millionen Menschen weltweit an einer chronischen Hepatitis B leiden. In Deutschland werden jährlich etwa 6.000 Neuinfektionen gemeldet, bei einer vermuteten hohen Dunkelziffer von 40.000-50.000 Neuinfektionen.

Die Erkrankung wird über infiziertes Blut, Sexualkontakte oder auch während der Geburt übertragen. Das Virus wird über praktisch alle Körpersekrete ausgeschieden. Das Hepatitis B Virus ist etwa 10 mal ansteckender als z. B. das Hepatitis C Virus oder der AIDS-Erreger. Die Übertragung erfolgt nur von Mensch zu Mensch.
Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung liegen 1-6 Monate.

Die meisten Patienten (50-65%) erkranken akut ohne größere Beschwerden, die Hepatitis heilt bei ihnen ohne Behandlung aus und hinterlässt eine Immunität. Ein schwerer, akuter Verlauf kommt nur in etwa 1% der Fälle vor. Lediglich bei 5-10% der Erkrankten nimmt die Krankheit einen chronischen Verlauf.


Welche Beschwerden macht die Hepatitis B?
Meistens werden nur uncharakteristische, grippeähnliche Beschwerden, Gelenkschmerzen und Abgeschlagenheit bemerkt. Wenn eine Gelbverfärbung (Ikterus) der Haut und Augen auftritt und der Urin sich dunkel verfärbt liegt eine schwerere Verlaufsform der akuten Hepatitis vor.


Wie kann der Arzt die Diagnose stellen?
Die Diagnose wird durch spezielle Blutuntersuchungen (Leberwerte, Antikörper gegen das Hepatitis B Virus,  Virusbestandteile) gestellt.
Man spricht von einer chronischen Hepatitis B, wenn mehr als 6 Monate nach der akuten Leberentzündung noch eine aktive Vermehrung von Hepatitis B Viren erfolgt und im Blut nachweisbar ist. Eine chronische Hepatitis B kann als chronisch aggressive Form in eine Leberzirrhose übergehen oder als chronisch persistierende Hepatitis B eher gutartiger verlaufen. Welche Form vorliegt, muss im weiteren Verlauf  durch Lebergewebeproben und Laborbestimmungen geklärt werden.


Wie wird die akute Hepatitis B behandelt?
In aller Regel ist keine besondere Behandlung erforderlich. Körperliche Schonung und leicht verdauliche Kost während er Krankheitsphase unterstützen die Genesung.
Nur ganz selten (1% der akut Erkrankten) ist eine Krankenhausbehandlung mit Intensivtherapie bis hin zur Lebertransplantation erforderlich.


Kann ich einer Hepatitis B vorbeugen?
Jeder kann sich durch eine Schutzimpfung vor dem Auftreten einer Hepatitis B Infektion wirksam schützen!
Seit fast 20 Jahren gibt es eine Schutzimpfung, die einen kompletten Immunschutz gegen Hepatitis B-Infektionen vermittelt. Um die Ausbreitung der Hepatitis B zu stoppen und die Krankheit auszurotten, sollten alle Säuglinge und Kleinkinder sowie alle Jungen und Mädchen vor der Pubertät geimpft werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung im Kinder- und Jugendalter als Regelleistung.


Wie wird eine chronische Hepatitis B  behandelt?
Um die möglichen Komplikationen der chronischen Hepatitis B (Leberzirrhose, Leberzellkrebs) bei bestimmten Patientengruppen zu verhindern,  stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Ziel dieser Behandlung ist es, den Entzündungsprozess in der Leber durch Inaktivierung des Virus im Blut zu vermindern oder zu unterbrechen.

Nicht jeder Patient mit einer chronischen Hepatitis B bedarf dieser aufwendigen Behandlung oder hat einen Nutzen davon.
Es gilt also die entsprechenden Patienten optimal und kritisch auszuwählen.
Vor Beginn einer möglichen Behandlung müssen deshalb eingehende Blutuntersuchungen zur Aktivitätsbeurteilung der Erkrankung und zum Aufdecken von Ausschlusskriterien erfolgen. Desweiteren ist eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane und der Leber sowie eine Leberpunktion mit Gewebeentnahme notwendig.

Schon seit längerer Zeit wird Interferon-alpha in der Behandlung der chronischen Hepatitis B erfolgreich eingesetzt (3x wöchentl. 1 Spritze für 6 Monate). Dieses Interferon-alpha ist ein köpereigener Stoff, der zur Abwehr von Viruserregern dient und die Entzündungsaktivität deutlich vermindert. Eine Heilung, d.h. eine absolute Befreiung vom Hepatitis B Virus, ist damit allerdings nicht zu erreichen.
Seit 2005 steht zusätzlich eine »Weiterentwicklung« des Interferon-alpha, das pegylierte Interferon-alpha (Pegasys™, Pegintron™) zur Verfügung. Dieses muss der Patient nur noch 1x wöchentlich selber in die Bauchhaut spritzen.
Die Interferonbehandlung kann mit erheblichen Nebenwirkungen behaftet sein, so dass 10% die Behandlung abbrechen müssen. Es kann zu Blutbildveränderungen und grippalen Symptomen kommen. Hautprobleme, Haarausfall und insbesondere Depressionen werden geklagt. Eine regelmäßige Überwachung des Patienten mit Laborkontrollen etc. muss erfolgen!

Als zweite Möglichkeit kommen Medikamente aus der Behandlung der HIV-Erkrankung (AIDS) zum Einsatz. Es sind dies Lamivudin (Zeffix™, Epivir™) und Adefovir (Hepsera™).
Diese Substanzen werden als falsche Bausteine in die Erbsubstanz des Hepatitisvirus eingebaut und hemmen so seine Vermehrung. Die Behandlung mit diesen Medikamenten erfolgt in aller Regel über wenigstens 1 Jahr.
Die Behandlung mit diesen beiden Medikamenten wird in aller Regel gut vertragen, allerdings entwickeln sich auch hier sog. Resistenzen (Virus wird unempfindlich gegen die Substanz). Auch hier sind regelmäßige Laborkontrollen unbedingt notwendig!
Hingewiesen werden sollte auch auf die immensen Kosten einer Therapie mit Interferon, Lamivudin oder Adefovir!


Allgemeine Maßnahmen:
Verzicht auf Alkohol und eine gesunde, fettarme Ernährung sowie moderate sportliche Betätigung  ist allen Patientin mit chronischer Hepatitis B zu empfehlen. Sofern keine Immunität gegen Hepatitis A bei den Patienten besteht, ist zu einer Impfung gegen die Hepatitis A zu raten. Alle Menschen, die mit an chronischer Hepatitis B Patientinnen/Patienten zusammenleben, sollten aktiv gegen die Hepatitis B geimpft werden.


Weitere Informationen finden Sie auch noch auf der Homepage des Kompetenznetzes Hepatitis  sowie auf unserer Linkliste .

 
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