Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis Dr.med. H. Olejnik, Dr.med. K. Gadow, Hinter der Mauer 105, D-47574 GOCH, Telefon: 0 28 23 / 9 70 60.
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Morbus Crohn (Chronische Darmentzündung) Drucken E-Mail


PATIENTENINFORMATION

Morbus Crohn, was ist das?
Unter Morbus Crohn versteht man eine chronische Entzündung des Darms, deren Ursache noch ungeklärt ist. Hierbei ist nicht nur die oberflächliche Schleimhaut, sondern die gesamte Darmwand betroffen. Dadurch kommt es nicht nur zu Geschwüren, sondern auch zur Ausbildung von Verbindungsgängen (Fisteln) mit anderen Darmteilen oder Organen.

Es kommen Engstellen (Stenosen) mit vorgelagerten Ausweitungen des Darms vor. Die Entzündung kann mit unterschiedlicher Ausprägung von der Zungenspitze bis zum After auftreten. Hierbei wechseln sich befallene Darmanteile mit gesunden Darmabschnitten ab.
Die Krankheit verläuft typischerweise in Schüben. Im Verlauf  lösen sich Phasen mit schleimig-eitrigen Durchfällen, Krämpfen und auch Fieber mit Zeiten ab, in denen es nur geringe oder sogar keine Beschwerden gibt.
Erstmals tritt die Erkrankung zumeist bei Teenagern und jungen Menschen auf, ein zweiter geringerer Erkrankungsgipfel kommt nach dem 40. Lebensjahr vor.
Anhand der geklagten Beschwerden ist der M. Crohn oft nicht von einer Colitis ulcerosa zu unterscheiden.


Was sind die Ursachen des Morbus Crohn?
Die Ursachen sind bisher nicht geklärt. Es gibt deutliche Hinweise auf eine erbliche Veranlagung. Es liegt eine Störung der natürlichen Barriere, die der Darm gegenüber Bakterien, Viren, Fremdeiweißen und Darmgiften im Normalfall darstellt, vor. Dabei  kommt es zu einer überschießenden Abwehrreaktion des Immunsystems (Abwehrsystems) des Körpers und zur Ausbildung von Krankheitssymptomen.
Eindeutig belegt ist ein negativer Einfluss des Rauchens auf die Erkrankung bei Morbus Crohn Patienten!
Der Morbus Crohn ist keine psychosomatische Erkrankung!


Welche Symptome deuten auf einen Morbus Crohn?
·    typisch sind Durchfälle (bis 20x pro Tag) – auch nachts – mit Eiter
     und Schleimbeimengungen, seltener Blutbeimischungen im Stuhl
·    ein akuter Krankheitsschub ist oft mit krampfartigen Bauchschmerzen verbunden
·    ein akuter Schub kann von Fieber begleitet werden
·    häufig kommt es zu einem Gewichtsverlust
·    bei Vorliegen von Stenosen (Engstellungen) im Darm treten Schmerzen
     und Zeichen eines Darmverschlusses auf
·    häufig kommt es zum Auftreten von Fistelgängen (Verbindungen) zur Scheide,
     zur Blase, in die Afterregion. Aus den Öffnungen entleert sich Eiter.
·    Entzündungen in anderen Organen außerhalb des Darms: Gelenke, Haut, Augen,
     Nieren.


Wie wird die Krankheit diagnostiziert?
Am Anfang steht die Erhebung der Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung.
Ergänzend wird eine Ultraschalluntersuchung des Bauches durchgeführt. Die Blutuntersuchung gibt Hinweise auf die Intensität der Entzündung, auf Mitbeteiligung der Leber, der Gelenke und über das Ausmaß einer Blutarmut.
Die entscheidende Untersuchung zur Diagnosestellung ist die Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) aber auch des Magens (Gastroskopie). Bei Verdacht auf Vorliegen eines Dünndarmbefalls werden Spezialuntersuchungen zur Dünndarmdarstellung herangezogen (Röntgen Dünndarm nach Sellink oder Magnetresonanztomographie (»Röhre«).
Eine bakteriologische Stuhluntersuchung wird ergänzend durchgeführt.



Wie wird der Morbus Crohn behandelt?
Eine direkt ursächliche Behandlung des Morbus Crohn ist noch nicht möglich, da ja die Ursachen nicht hinreichend bekannt sind. Es werden generell entzündungshemmende Medikamente eingesetzt, die den Krankheitsschub zurückdrängen und die symptomfreien Zeitabschnitte (Remission) zwischen den Schüben verlängern.

·    entzündungshemmende Mittel, kortisonfrei (Aminosalizylate) sind so verkapselt,
     dass sie sich nach dem Schlucken erst am Ende des Dünndarms bzw. am Anfang
     des Dickdarms auflösen. Als Einläufe (Klysmen) oder Zäpfchen erreichen die
     Wirkstoffe nur den unteren Teil des Dickdarms und den Mastdarm.
·    Kortison wird bei schweren Schüben als Tabletten oder sogar Injektion gegeben.
     Kortison steht ebenfalls als Rektalschaum oder Zäpfchen zur Verfügung
·    Budesonid (Kortisonabkömmling mit geringeren Nebenwirkungen) kann als
     Tabletten oder Einlauf eingesetzt werden.
·    Immunsuppressiva (die Körperabwehr unterdrückende Medikamente) werden
     eingesetzt bei starken Beschwerden, bei denen Kortison keinen
     ausreichenden Effekt zeigt, bei hartnäckigem Fistelleiden oder
     zur Langzeittherapie.


Wie ist die Prognose der Erkrankung?
Die Erkrankung kann mild verlaufen und die Schübe heilen durch medikamentöse Behandlung oder auch manchmal spontan aus. Ca. 50-70% aller Patienten mit Morbus Crohn benötigen allerdings doch im Laufe ihres Lebens einen chirurgischen Eingriff, zumeist wegen eines Fistelleidens, eines Abszesses oder einer Darmstenose (Darmverengung).
Der Morbus Crohn ist – anders als die Colitis ulcerosa – durch eine Operation nicht heilbar.

Der Morbus Crohn stellt keinen Grund gegen eine Schwangerschaft dar! Allerdings sollte die Schwangerschaft in einer nicht aktiven Phase (Remission) geplant werden. Der Verlauf der Erkrankung während der Schwangerschaft variiert: 30% Verschlechterung bzw. akuter Schub, 30% keine Änderung der Krankheitsaktivität und bei 30% der Patientinnen  kommt es zu einer Besserung.
 

Weitere Hinweise auch zu Selbsthilfegruppen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Morbus Crohn Vereinigung e.V.  sowie auf unserer Linkliste .

 
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